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Aktuelle Stücke

DU TEUFEL

Martin Kroissenbrunner
 


2D/ 1H/ 1Dek
Frei zur UA

Was, wenn sich Familie wie ein Fluch anfühlt, wie ein tatsächlicher Fluch?
Dann willkommen in einer echten Exorzisten-Familie!
Agnes fesselt gleich nach der ersten Begegnung die Lebensgefährtin ihres Bruders mit dem Verdacht, dass der Teufel in ihr wohne: Sie will Sanne verschiedener, auch grausamer, „Prüfungen“ unterziehen, die genau das bestätigen sollen. Agnes' Bruder Gautschi ist schockiert aber auch zu schwach und zu sehr in seiner eigenen Vergangenheit verstrickt, um dem wirklich Einhalt zu gebieten.
Im Laufe eines immer extremer werdenden und auch gewalttätigen Schlagabtauschs brechen die Geschehnisse aus der Kindheit der Geschwister hervor. Der Teufel entpuppt sich als die eigenen Begierden, unser Ego, vor dem man tatsächlich berechtigte Angst bekommen kann.
Soviel Angst, dass daraus ein Psychothriller entstanden ist, der das Verborgene, die Keller in uns, lüftet und die Leichen darin ans Tageslicht befördert.
Es ist aber auch ein Theaterstück über das Schlachtfeld sozialpolitischer Haltungen – eine konservative Figur trifft auf eine progressive Figur, und eine dritte steht dazwischen. Es stellen sich hier Fragen unserer Zeit, nach Werten und Moralvorstellungen der urbanen, aber auch der ländlichen Generation Y.
 

20.000 Meilen unter dem Meer

(nach Jules Verne)
Autor: Michael Schachermaier


ab 11
1D/6H/1Dek
Frei zur DEA

Abtauchen in eine Welt voller Abenteuer, die noch kein Mensch zuvor erlebt hat? – Wovon viele nicht einmal zu träumen wagen, wird für den jungen André Conseil mit einem Schlag Wirklichkeit, als er mit seinem Onkel, dem berüchtigten Meeresforscher Professor Aronnax, auf eine Expedition mit ungewissem Ziel aufbricht. Schiffbrüchig werden sie zu unfreiwilligen Gästen auf einem futuristischen Unterseeboot mit einer Länge von 70 Metern: ein Wunderwerk der Technik, das Naturgesetze mit Leichtigkeit außer Kraft setzt. Die Begegnung mit dem ebenso geheimnisvollen wie faszinierenden Kapitän Nemo wirft jedoch mehr Fragen auf als sie beantwortet.
Wo endet grenzenloser Forschungsdrang und wo beginnt die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur?
Der französische Autor Jules Verne gilt als Erfinder des Science-Fiction-Genres. Seiner Zeit meilenweit voraus, bringt er mit einer seiner kühnsten Zukunftsvisionen viele jener Themen auf den Punkt, die uns gut 150 Jahre nach Erscheinen seines Erfolgsromans mehr beschäftigen denn je.

Leila lässt nicht locker

(Stück für Kinder)
Autor: Martin Ohrt




ab 8
2D/1H/1Dek
Frei zur UA

Leilas elfter Geburtstag beginnt mit einer bösen Überraschung. Ihre Mutter, die im fernen Hamburg arbeitet, kommt nicht zu ihrem Geburtstag zurück, obwohl sie es versprochen hat. Ein halbes Jahr schon lebt Leila alleine bei ihrer Großmutter, in einer wirtschaftlich schwachen Region Osteuropas. Ihr Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen, und Leila hat Angst, dass ihre Mutter nun auch nie wieder kommt.
Sie beschließt, ihre Mutter zu suchen. Doch der Weg, von dem sie hofft, dass er sie bis nach Hamburg führt, ist voller Hindernisse. Sie lernt den 13-jährigen Miro kennen, der gerne mal etwas mitgehen lässt und sich auf der Straße herumtreibt, da seine Eltern nach England verschwunden sind. Nach anfänglicher Skepsis entwickelt sich bald mehr als eine Freundschaft zwischen ihnen, und Miro begleitet Leila.
Ein abenteuerliches „Road-Movie“ über zwei mutige Kinder, die mit viel Fantasie Hindernisse überwinden, Freundschaft und erste Liebe entdecken und der Erwachsenenwelt ungebremste Lebensfreude und einen jugendlichen Spiegel entgegenhalten.
Ein einfühlsames, aktuelles aber auch humorvolles Stück darüber, wie ökonomische Zwänge in einer globalisierten Welt auf Familienstrukturen einwirken und besonders Kinder, sogenannte „Euro-Waisen“, darunter leiden. Aber auch ein Stück über ein mutiges Mädchen, das sich damit nicht abfinden will.

Dramatikerstipendium des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur

Licht gleißend, göttlich, flussabwärts

Silke Sämann




2D/2H/1Stat/1Dek
Frei zur UA

Irene, auf der Suche nach Erlösung von ihrer Fresssucht und Einsamkeit, geht auf Wanderschaft. Sie trifft auf Frank, einen Möchtegern-Guru, und Conni, seine hörige Gefährtin. Die drei pilgern zusammen weiter, am Flussufer entlang. Frank erklärt sich zum spirituellen Anführer der kleinen Gruppe.
Auf der Suche nach einem Winterquartier führt sie ein Hund zum Haus Katrin, einem ehemaligen, heruntergekommenen Wirtshaus am Fluss, wo Hans lebt, der sie ablehnend und nur widerwillig bei sich unterkommen lässt. Hans, von Frau und Sohn verlassen, verschuldet, arbeitslos, führt ein einsiedlerisches Trinkerleben. Hier entspinnt sich nun ein Beziehungsgeflecht aus sexueller Abhängigkeit, Egoismen, Aggression, Suchtverhalten und pseudo-religiösem Wahn.
Dieses skurrile, irritierende und auch furchtbar komische Stück thematisiert die Empfindung des inneren Mangels, der Bedürftigkeit, die kompensiert werden soll mit Dingen wie Geld, Besitz, Erfolg, Macht, Anerkennung, einer besonderen Beziehung, besonderen Fähigkeiten, besonderen Erfahrungen. Diese Empfindung des emotionalen Defizits, das innere Loch des Unzulänglichen, können zu einem Suchtverhalten führen und entladen sich dann in den sonderbarsten menschlichen Handlungen.
Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, für sich selbst, für das eigene Leben, das heißt, um die innere Anwesenheit: BeobachterIn und ZeugIn zu sein unserer Gedanken und Gefühle, unserer konditionierten, geistig-emotionalen Muster und Reflexe. Die Verschmutzung unseres Planeten z. B. ist die Spiegelung im Außen von einer psychischen „Verschmutzung“ im Innern, ein Spiegel für Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.
Überflüssig zu sagen, dass die ProtagonistInnen dieses Stücks - sagenhaft und erbärmlich zugleich - an all dem scheitern.

Der Bildermacher



Eine Kleinstadttragödie
von Eva Holzmair

3D/ 3H/ 3Stat./ Simultanbühne
Frei zur UA

Die Geschäfte laufen schlecht für Karl Hauser, den Besitzer einer Bilderrahmenhandlung. Man versucht sich mit Auftragswerken für kitschige Motive über Wasser zu halten, aber langfristig hat dieses Geschäft in einer Kleinstadt keine Zukunft mehr.
Der Sohn Clemens, ein erfolgreicher Geschäftsmann, der in Australien lebt, erkennt bei einem seiner seltenen Besuche sehr schnell, dass seine Eltern aus der Schuldenfalle nicht mehr herauskommen werden. Und dann ist da auch noch Clemens' behinderte Schwester Petra, um die sich die alternden Eltern immer noch kümmern müssen. Für sie haben sie sich obendrein verschuldet. Da Petra körperliche Bedürfnisse zeigte, engagierten die Eltern in der nahegelegenen Großstadt einen Callboy.
Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als Petra erfahren muss, dass dieser Mann, den sie in ihrer Naivität liebt und heiraten möchte, auch anderweitig aktiv ist.
Ein einfühlsames Theaterstück, dem es anhand einer kleinstädtischen, bürgerlichen Familie gelingt, die großen Zusammenhänge von Globalisierung, Landflucht, den Niedergang traditioneller Betriebe, die drohende Verarmung einer Mittelschicht, einen Vater-Sohn-Konflikt und vor allem die Thematik des sexuellen Anrechts von Behinderten aufzuzeigen.

Direktor Serenelli und das Schaugeschäft

Eine Vorstadttheater-Komödie

von Johannes C. Hoflehner und Olivier Lendl
2D/ 4H/ 1Dek
Frei zur DEA


Foto: www.digitalphotoimpressions-dpi.at
 
Leicht hat er es nicht gerade der Herr Theater-Direktor: Schlitzohrig muss er zwischen drohender Zensur, bürokratischer Behördenwillkür, liebestollen Blaublütlern, Gagen fordernden Theater-Diven, einem revolutionären Mordkomplott, den voyeuristischen Ansprüchen eines Unterhaltung fordernden Publikums und den Anwandlungen seiner biederen Ehefrau auf einem dünnen Drahtseil des Überlebenskampfes balancieren.
Über allem steht aber eine unbändige Liebe zum Theater. Der Lappen muss eben jeden Abend hochgehen, koste es was es wolle.
Das Ganze spielt zwar zur Zeit des Biedermeier, aber mit einem augenzwinkernden Verweis auf heutige Verhältnisse kann einem doch manches vertraut vorkommen. Denn bei genauerer und kritischer Betrachtung hat sich gar nicht so viel verändert: Das Theater kämpft immer um Geld und sein Überleben. Es muss sich gegenüber diesen Geldgebern und der Politik verantworten. Es will gefallen und sich doch nicht ganz unter Niveau verkaufen. Übt es Kritik, macht es sich Feinde, und ist es zu Mainstream lastig, werden auch so manche Nasen gerümpft. Kreative Lösungsansätze in Zeiten des künstlerischen und politischen Umbruchs sind also immer gefragt. Und diese werden hier auf hochunterhaltsame Weise zu Hauf gefunden.
„Direktor Serenelli und das Schaugeschäft“ ist eine Pointen sichere, aberwitzige, schnelle und ausgelassene Komödie, die Theater im Theater von seiner lebendigsten Seite zeigt.

STILLE NACHT
Komödie
von Christian Deix und Olivier Lendl

Foto: Katharina Schiffl

3D/3H/optional 1 Klavierspieler/1Dek
Frei zur DEA

Der spießbürgerliche Angestellte Werner Klein und seine patente Ehefrau sind fest entschlossen, dem Schicksal einen kleinen Schubs in Richtung Glück und Wohlstand zu geben. Mit im Boot sind auch deren lebenshungrige Tochter und ihr kunstbeflissener Lover. Familie Klein plant minuziös dem liebestollen Kleiderbügel-Fabrikant Kommerzialrat Gludowetz ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bescheren. Dass diese nicht ganz uneigennützige Feier so nicht umzusetzen sein wird und ins Chaos abdriftet, liegt auf der Hand.
Als dann noch Gludowetz‘ attraktive „Pflegekraft“ unangemeldet auftaucht, setzt dem absurden Weihnachts-Wahnsinn die Krone auf. Warum das Ganze partout mitten im Sommer und nicht zur Weihnachtszeit stattfinden muss, ist so absurd wie aberwitzig.

Uraufführung: 17.06.2018, Kultursommer Laxenburg
Regie: Adi Hirschal

Eine leichtfüßige Sommerunterhaltung mit tiefgründigen Hintergedanken, wobei der Spaß überwiegt.
Diplomatischer Pressedienst, 05.06.2018