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Kaiserverlag

Aktuelle Stücke

Antigone

von Gernot Plass
6D / 6H / Simultanbühne

Ein Brüderpaar wird gegeneinander ausgespielt. Ein Geheimdienstchef entfaltet seine ganze Macht und ermordet alles, was ihm im Wege nach oben steht. Zwei Schwestern grämen sich um der Brüder Tod. Die eine – Antigone – denkt nicht daran, sich an neue Gesetze zu halten und tut, was ihr das Gewissen befiehlt. Die andere – Ismene – wird sich ihrer Feigheit bewusst und will retten, was sie noch retten kann. Der Tyrann – Kreon – klammert sich an seine Gewaltherrschaft, er befiehlt, bestraft und mordet weiter. Das Volk ist hin- und hergerissen zwischen Unterwerfung und Aufstand.

Wieder sterben am Ende alle. Doch die griechische Tragödie ist nicht tot. Gernot Plass versteht es, mit gewaltigen Wortgefechten eine Dynamik in die Handlung reinzubringen, die ein Publikum in Atem hält.


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Lottes Werther

von Anja Jemc
1D / Simultanbühne
frei zur DEA
nach Johann Wolfgang von Goethe

Klassenzimmerstück

© Franzi Kreis, UA Nov 2025, Landestheater Niederösterreich

Jetzt spricht Lotte. Nie hat jemand nach Lottes Leiden oder Befinden gefragt.
Der romantische Werther sah nur in seiner Liebe zu Lotte einen Sinn in seinem Leben. Als sich das junge Mädchen für einen anderen entscheiden muss, begeht der junge Mann Selbstmord. In Selbstreflexionen und Rückblenden erzählt Charlotte Stein von ihrer vermeintlichen Liebe. Sie selbst ist immer noch unsicher, ob ihre und Werthers  Leidenschaften echt waren oder nur Verklärung? Für Lotte gab es keine Selbstbestimmung, zuerst hat das Elternhaus für sie den Weg festgelegt, den sie einschlagen muss, und dann haben zwei Männer über ihren Kopf hinweg ihre verbalen Hahnenkämpfe um ihre Gunst ausgetragen. 

Die Sichtweise einer Frau mit heutigen emanzipierten Maßstäben.


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Hermann (fool on the hill)

von Fink Kleidheu
2D / 9H / Simultanbühne

Schauspiel

Fink Kleidheu taucht in seinem Stück „Hermann (fool on the hill)“ anlässlich des 150. Todestages von Ernst von Bandel (1800–1876) tief in die Geschichte des sagenhaften Cheruskers Arminius und seines legendären Denkmalerbauers ein: eine ebenso scharfzüngige wie augenzwinkernde Hinterfragung des deutschen Heldenmythos.

Der Teutoburger Wald in einer unbestimmten Zukunft. Kein Mensch ist mehr am Leben. Selbst Hermann steht nicht mehr – die apokalyptischen Reiter haben sein Denkmal vom Sockel geholt. Wo sich früher die Besucherinnen und Besucher drängten, ist jetzt gähnende Leere. Nur ein paar Raben hüpfen noch über die zerborstenen Gliedmaßen des stolzen Kriegers. Der Ort lockt jedoch allerlei Untote an. Ruhelos kehren sie zurück und versuchen zu begreifen, was geschah. Allen voran Erbauer Ernst von Bandel, aus dessen fiktiven Träumen dieses Stück berichtet. Der Hermann, welcher jetzt im Staube liegt, war sein Lebenswerk. Ein unwirkliches Panorama entsteht. Schließlich muss eine auf Gräbern tanzende humanoide Cheruskertruppe dringend verdächtigt werden, ihren menschlichen Entwicklern den Todesstoß verpasst zu haben. Der zerstörte Hermann geht dann wohl auch auf ihre Kappe …

(Theater Gütersloh)


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Die Düntzer Rhapsodie

von Bianca Braunesberger
2D / Simultanbühne
frei zur DEA
ca. 80 Min

© Barbara Palffy, UA Jänner 2025, Theater Drachengasse, Wien

Martha will weg aus dem Kuhdorf Düntz und setzt sich in den Bus nach Wien. Die Schwestern Claudia und Daniela fühlen sich zurückgelassen. Vor allem Claudia leidet darunter, denn sie hatte sich heimlich in Martha verliebt, und will ihrer Liebe am nächsten Tag nachreisen. Da kehrt Martha zurück, aber sie ist um 30 Jahre gealtert, während in Düntz die Zeit stehen geblieben ist. Angetan von den Erzählungen, wie großartig es sich in Wien leben lässt, tritt Daniela die Reise in die Großstadt an. Und wenn sie zurückkommt, will sie den Düntzer:innen lehren, was Fortschritt, Freiheit und Demokratie heißt.

Quirlig und schräg, wahrhaftig und heißblütig rappen und singen sich die zwei Darstellerinnen durch diese poetische Stadt-Land-Satire.

Nestroy-Preis 2025 (Beste Off-Produktion)
Publikumspreis Nachwuchswettbewerb 2024, Drachengasse Wien


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The Girl Who Wanted It All

von Ivan Strelkin
1D / 1 Stimme / Simultanbühne
frei zur DEA

© Günter Macho, UA 15.05.2025, OFF Theater / Flirty House Art Collective, Wien

1993 wurde in der kleinen kroatischen Stadt Karlovac unter Beschuss und Bombenangriffen ein Mädchen namens Danica Brdar geboren. Sie war zwei Jahre alt, als der Kroatienkrieg endete; sie war achtzehn, als sie zum Studium nach Wien zog und schnell ihre Kindheit und Jugend vergaß – jene Jahre, die nur wie ein Schatten an den von Schrapnellen durchlöcherten Wänden der Karlovacer Häuser, an den Zäunen um die Minenfelder, an den müden und verbitterten Gesichtern der Erwachsenen – ihrer Eltern und Lehrer – vorbeigezogen waren. Zehn Jahre lang war sie nicht zu Hause gewesen, und nun beschloss sie, ihren Urlaub in ihrer Heimatstadt zu verbringen… Die Geschichte einer Migrantin, eine Coming-of-Age-Erzählung, Auto-Fiktion und ein sentimentales Roadmovie in die Tiefen der Erinnerung.
(Ivan Strelkin) 


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Alice im Wunderland

von Thomas Birkmeir
9D / 5H / Simultanbühne
ca. 100 Min

ab 10 Jahre

© Krafft Angerer, Thalia Theater Hamburg, Okt 2022

Diese moderne Alice hat genug vom „Ich-bin-süß-Kinder-Mädchenzeug“ und möchte schon eigene Entscheidungen treffen. Durch einen Abflusskanal gelangt sie in ein düsteres Wunderland mit seltsamen Wesen. Das Weiße Kaninchen, Dabbleyu Key genannt, hilft ihr bei der Suche nach ihrem kleinen Bruder Harun, der entführt wurde. Die Rote Königin beschuldigt ihre Schwester, die Weiße Königin, ihr vor vielen Jahren einen wertvollen Ring gestohlen zu haben. Seitdem herrscht Krieg im Wunderland.
Auf ihrem Weg trifft Alice viele Gefährten, die uns aus dem Original gut bekannt sind, sie kann den Frieden wiederherstellen und kehrt zusammen mit ihrem Bruder, gereift und glücklich, in ihr altes Leben zurück.

Die kleine Alice wurde in dieser Fassung mit viel Mut und Esprit ausgestattet und entspricht ganz dem heutigen Zeitgeist einer modernen Heldin. Die skurrile Geschichte, die 1865 veröffentlicht wurde, hat bis heute ihren Charme bewahrt und zählt als Meisterwerk der Weltliteratur.


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Moby Dick

von Gernot Plass
7H / max. 15 Rollen / Simultanbühne
frei zur ÖEA

© Volker Beinhorn, UA Landesbühne Nord, Wilhelmshaven, Sep 2025

Ishmael treibt es als Seemann aufs Meer hinaus, er will auf großen Walfang gehen.
Vorher muss er sich noch in einem schäbigen Wirtshaus ein Bett mit Queequeg teilen, der ist Harpunier, mit dem er schnell Freundschaft schließt. Zusammen heuern sie auf dem Walfänger „Pequod“ an. Der charismatische einbeinige Kapitän Ahab versteht es, die ganze Mannschaft zusammenzuschweißen. Es wird keine gewöhnliche Fahrt auf Walfang, es wird Ahabs Rachefeldzug gegen den weißen Wal Moby Dick. Der hatte ihm sein rechtes Bein seinerzeit abgebissen. Als man nach schier endloser Fahrt endlich auf Moby Dicks Spur kommt, gibt es ein Leck in den Ölfässern an Bord, die Ladung muss gelöscht werden, rät ihm sein Maat. Doch Ahab segelt weiter. Als sie in einen Taifun geraten, kommt die „Pequod“ gerade noch mal davon. Die Mannschaft begreift, dass Ahab dem Wahnsinn nahe ist. Endlich sichten sie den Wal …

In einer lebendigen Überschreibung und mit gewohnt kraftvoller Rhetorik ist hier eine Bühnenfassung des Klassikers für unsere Zeit entstanden, ohne in das Fahrwasser leichter Abenteuer-Romantik zu gelangen.


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Die Düntzer Rhapsodie

von Ivan Strelkin
2D / Simultanbühne
frei zur DEA
ca. 80 Min

© Barbara Palffy, UA Jänner 2025, Theater Drachengasse, Wien

Martha will weg aus dem Kuhdorf Düntz und setzt sich in den Bus nach Wien. Die Schwestern Claudia und Daniela fühlen sich zurückgelassen. Vor allem Claudia leidet darunter, denn sie hatte sich heimlich in Martha verliebt, und will ihrer Liebe am nächsten Tag nachreisen. Da kehrt Martha zurück, aber sie ist um 30 Jahre gealtert, während in Düntz die Zeit stehen geblieben ist. Angetan von den Erzählungen, wie großartig es sich in Wien leben lässt, tritt Daniela die Reise in die Großstadt an. Und wenn sie zurückkommt, will sie den Düntzer:innen lehren, was Fortschritt, Freiheit und Demokratie heißt.

Quirlig und schräg, wahrhaftig und heißblütig rappen und singen sich die zwei Darstellerinnen durch diese poetische Stadt-Land-Satire.

Nestroy-Preis 2025 (Beste Off-Produktion)
Publikumspreis Nachwuchswettbewerb 2024, Drachengasse Wien


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Und deine Augen sagen Gracias

von Tim Fleischer
2-4D / 1-2H / Simultanbühne
frei zur ÖEA

Komödie mit Musik

UA November 2024, Theater am Schlachthof, Neuss

Das abgehalfterte Schlagerduo Andi und Anja ist wieder im Geschäft. Valerie, die neue Chefin ihres Plattenlabels, hat sie zusammengespannt, nachdem die Solokarrieren nicht durchgestartet sind. Andi ist über ihr Comeback sehr glücklich, doch Anja konnte nur mit einigen Zugeständnissen geködert werden.

Und gleich nach dem ersten öffentlichen Auftritt vor laufender Kamera will Anja das Handtuch werfen, als Andi gegen ihre Vereinbarung verstößt. Valerie behauptet ihr gegenüber, dass Andi dann wohl wieder auf der Straße landen werde. Also macht Anja widerwillig weiter. Als sie zur großen Fernseh-„Schlagersause“ eingeladen werden, müssen sie mit Ibiza Ingolf, einem jungen Schlagerstar, gemeinsam ihr altes Lied “Eskimomädchen“ performen. Anja hasst diesen Song und als Ibiza Ingolf das Ruder an sich reißt, kommt es zum Eklat.

Eine Komödie über zweifelhafte Hits, ferne Länderklischees, die Suche nach Erfolg und sich ändernde Zeiten.


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Franz K.

von Janko Ferk
5D / 1DEK
frei zur UA

Ein Jahr nach dem Tod des Schriftstellers treffen sich fünf Frauen, die Franz Kafka nahestanden, zu einer Gedenkfeier im Haus seiner großbürgerlichen Eltern im Zentrum Prags: Ottla Kafka, seine Lieblingsschwester, Dora Diamant, die Lebensgefährtin in den letzten Lebensmonaten, Felice Bauer, seine „ewige Verlobte“, die er nie heiratete, Julie Wohryzek, seine letzte Verlobte, und Milena Jesenska, die erste Übersetzerin seiner Prosa ins Tschechische. Alle verbindet auf verschiedenste Art eine schwierige Liebe zu ihm, nicht zuletzt, weil er „zu wenig einfach war“.


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Freie Fische

von Sophie Reyer
1-2D / 2-3H / Simultanbühne
frei zur UA

Jakob ist Autist, damit ist er anders als die anderen. Das mögen die Leute im Dorf nicht, und auch seine Familie vernachlässigt ihn. Nur seine kleine Schwester Resi bringt ihm Verständnis und Zuneigung entgegen. Als das Zusammenleben immer  schwieriger wird, verfrachtet man Jakob in ein Heim. Dort bekommt er einen Roboter zur Seite, dieser soll den Jungen in seiner mentalen Entwicklung unterstützen. Doch Jakob verweigert sich.

Sophie Reyer bringt die Poetik auf die Bühne zurück. Ihr sanftmütiger Text steht in einem beklemmenden Kontrast zur Geschichte.


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Die Bettleroper

von Susanne Lietzow
8D / 5H / Simultanbühne
frei zur DEA

© Philip Brunnader, UA Landestheater Linz, Dezember 2025

Peacham ist Zuhälter und Unterweltboss vom Londoner Gaunergesindel. Seine Tochter Polly ist in Messerstecher Macheath verliebt und zu Peachams großen Ärger hat sie ihn auch noch heimlich geheiratet. Polly soll Macheath bei den Bullen verpfeifen und die Belohnung kassieren. Peachum fürchtet nämlich, sein Schwiegersohn könne ihn ans Messer liefern und sein Vermögen einkassieren. Macheath wird verraten und muss einsitzen. Im Knast ist er Gefängnisdirektor Lockit ausgeliefert, der ihn hasst, weil Macheath seine süße Tochter Lucy geschwängert hat. Die ist stinkesauer auf ihren Ex-Lover, weil sie gehört hat, er sei mit Polly verheiratet. 
Lockit steckt mit  Peacham unter einer Decke. Bei einem Streit schlägt Peachums Ehefrau Lorraine dem Gefängnisdirektor eine Ginflasche über den Schädel. 
Macheath hat herausgefunden, dass die Schlampe Molly ihn verpfiffen hat. Aus Rache sticht er sie ab, denn „Schdrassnmädchn habn geine Häbbyends“.
Lucy erschießt Macheath.

Eine großartige Fassung, herrlich vulgär und verkommen. In die schlüpfrige Dialektfassung muss man sich erst einlesen, aber dann ist man dem Stück verfallen.


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Anna und die Partisanen

von Ekkehard Schönwiese
7D / 9H / Simultanbühne
frei zur DE

UA Theaterwerkstatt Dölsach, Mai 2025

Ekkehard Schönwiese hat die Geschehnisse rund um die „Treffener Bande“ spieldokumentarisch aufgearbeitet. Die Widerstandstruppe versucht gegen Ende des Krieges mit verschiedenen Sabotageakten das Nazi-Regime zu schwächen. Im Mittelpunkt steht Maria Peskoller, ihr Deckname ist Anna. Sie übernimmt Botengänge und versteckt Widerstandskämpfer und Deserteure. Maria/Anna ist eine einfache Frau, Mutter von zwei Töchtern, auf sich allein gestellt, da ihr Mann als Sozialdemokrat im Gefängnis sitzt. Obwohl sie von Selbstzweifeln geplagt wird, geht sie ihren mutigen Weg bis zum Schluss. Maria Peskoller stirbt am 23.12.1944 unter dem Fallbeil.


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Zemlinsky

von Felix Mitterer
6-7D / 7H / Doppelbesetzung / Simultanbühne
frei zur DE

© Moritz Schell, Theater in der Josefstadt, Wien

Zeit seines Lebens wurde Alexander Zemlinsky die gebührende Anerkennung als Komponist verwehrt. Dass er darunter litt, steht außer Zweifel. Er war ein gefragter Dirigent vor allem an den Wiener Bühnen und leitete später als Musikalischer Direktor das Deutsche Theater in Prag. Der NS-Terror vertrieb Zemlinsky und seine Familie nach New York. Dort angekommen war er schon gezeichnet von Alter und Krankheit.  Während Künstlerkollegen wie Schönberg, Korngold oder die Werfels in Hollywood Erfolge verzeichneten, konnte er nicht mehr Fuß fassen.

Seine Freundschaft mit Arnold Schönberg, in dessen Schatten er auch immer stand, war ein impulsgebendes, künstlerisches Element für ihn, ebenso seine Leidenschaft für Alma Schindler. Bedeutsame Begegnungen und Wendepunkte sind die Bausteine dieser Künstlerbiografie, die Felix Mitterer fundiert und taktvoll für die Bühne geschaffen hat.

Ein Auftragswerk des Alexander-Zemlinsky-Fonds für das Theater in der Josefstadt, Wien, UA 19.03.2026


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LEAR

von Gernot Plass
3D / 7H / Simultanbühne

© Anna Stöcher, TAG, Wien, UA Jänner 2025

König Lear ist der Inbegriff männlicher Autorität, König, Vater, irdischer Gott, Silberrücken. Gewalttätig, abhängig von verlogenen Schmeichler*innen, hungrig nach Liebe, herrisch, jähzornig bis an die Grenze des Wahnsinns und darüber hinaus. Und trotz alledem verwundbar und in seiner zunehmenden Altersschwäche sogar bedauernswert.

Er wird von Frauen in die Schranken gewiesen, gedreht, geschlagen, umerzogen, ja in den Wahnsinn getrieben. Von seinen Töchtern, die sich an ihm rächen, es ihm heimzahlen, die ihn auf eine Reise der Läuterung über die sturmverwehte Heide schicken. Ein Ritt ausgehend von machoider Grandiosität über den Zorn gegen Menschen, Umstände, ja selbst gegen die Natur, in den Aberwitz hinein und wieder hervor in die gefasste Bescheidenheit und die von Trauer und echter Liebe hervorgerufene Weisheit. (TAG, 2025)


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Toxic – Britney über Spears

von Daniela Egger
1D / 1H / Simultanbühne
frei zur DEA

Britney Spears´ Schicksal geht durch alle Medien. Schon als Kinder- und Teenie-Star war sie Role-Model, ein ultimativer Superstar. Dort, wo Britney aufwächst, gelten Frauen mit eigenen Vorstellungen als verrückt. Die Eltern und das Management treiben das Mädchen an, die Männer hintergehen sie. Sie will es allen recht machen und allen gefallen, doch trotz ihres enormen Erfolges und eiserner Disziplin im Beruf wird sie den Menschen um sie herum nie genügen. Die eigene Familie, die ihr Rückhalt und Geborgenheit geben sollte, nützt sie schamlos aus und erniedrigt sie bei jeder Gelegenheit, die Medien berauben sie jeder Privatsphäre. Schließlich wird Britney Spears unter Vormundschaft gestellt, eine solche Vorgehensweise ist in Amerika ein lukratives Geschäft für viele Beteiligten geworden. Doch die junge Frau steht nach jedem Zusammenbruch immer wieder auf und will endlich selbst über ihr Leben bestimmen können. In dieser Fassung ist Britney Spears eine Heldin, die mit ihrer Energie aller Unbill trotzt und sich zurück kämpft in eine Freiheit, die ihr auf äußerst perfide Art genommen wurde.


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Die Verstreuten

von Tena Stivicic
Aus dem Englischen von Karen Witthuhn
5D / 1DEK

Auftragswerk für das Berliner Ensemble. UA 21.03.2025
Helene Weigel-Preis 2025

Am Tag vor einer Operation ihrer Mutter Barbara treffen vier Schwestern, die in verschiedenen Ländern Europas leben, in ihrem Elternhaus in Zagreb wieder aufeinander. Sie alle sind nun Migranten, das hat sie verändert, sie sind schon lange nicht mehr die glückliche Familie, die sie einmal gewesen sind. Ihre Gespräche drehen sich um die jeweilige Lebenssituation, sie alle befinden sich in irgendeiner Krise. Alte Wunden brechen auf. Suzana ist vom ausgefüllten Familienleben erschöpft. Sie wirft Sofia vor, ein gutes Leben einfach hinzuschmeißen, denn Sofia hat soeben ihren Mann verlassen. Auch Sasha hat sich von ihrer Lebenspartnerin getrennt und leidet unter der Erfolglosigkeit in ihrem Beruf. Sabina ist die Aufopfernde unter ihnen, sie wird sich um ihre Mutter kümmern, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt. Doch Barbara möchte noch eine ganz besondere Sache mit ihren Töchtern besprechen, dazu wird die Familie erst wieder zusammenfinden müssen.

Ein spannendes Kammerspiel der preisgekrönten Autorin. Tena Štivičić gelingt eine psychologisch meisterhaft gezeichnete Auseinandersetzung zwischen diesen starken Frauenrollen.


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Bei dir war es immer so schön

von Ed. Hauswirth
2D / 4H / Simultanbühne

Die beginnende Demenz von Mutter Erni bringt für die Familie Unbequemlichkeiten mit sich. Nach einem Herzinfarkt verschlechtert sich die Krankheit bei Erni und sie kommt nicht mehr allein zurecht. Sie wohnt „vorübergehend“ bei ihrer Tochter Karin und deren Mann Kurt. Auf Karins Schultern liegt nun die Hauptlast für die Pflege der Mutter. Kurt ist viel unterwegs, Bruder Bernd will sich Ernis Haus unter den Nagel reißen. Die Familie muss sich erst auf die neuen Verhältnisse einstellen, und nach einigen Konflikten stellen sie sich gemeinsam der Herausforderung, Erni ein respektables Leben zu ermöglichen.   

Eine berührende und wirklichkeitsnahe Geschichte.


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